Eroeffnung 

   Chronica Slavorum - ein Zeitzeuge aus grauer Vorzeit

Kursbuch

Ostholstein

Ostholstein_Kopie.jpg (63047 Byte)

 

Blickpunkte
Dunkersche Kate 

Katzburg 

Lindenalleen in Ahrensbök

 

Wander vorschlag

kleiner Warder

Geschichte

Chronica Slavorum

zurück

Bosau ist für jeden Historiker ein Begriff. Er verbinden den Namen dieses Ortes mit Helmold, einem Pfarrer, der hier zwischen 1167 und 1172 seine Slawenchronik schrieb. In der damaligen Weltsprache Latein erzählt Helmold die Geschichte der Slawen - wobei den größten Teil seiner Chronik die Geschehnisse einnehmen, die er selbst miterlebt hat.

Dieses Buch ist für die Geschichte von Ostholstein von unschätzbarem Wert. In vielen bildhaften Beschreibungen erfahren wir, wie dieses Land vor tausend Jahren ausgesehen hat, wie die Menschen hier gelebt haben. Natürlich sieht Helmold die Slawen - damals die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Ostholstein - 
mit den Augen eines Christen. Das macht ihn aber nicht blind für die Motive des Kampfes zwischen den verschiedenen Herren - slawischen, dänischen und deutschen - denen es um Land und Macht und Geld ging und nebenbei auch um den Glauben.

Im 84. Kapitel beschreibt Helmold ein slawisches Heiligtum, das ihm ein 
slawischer Fürst zeigte:
   
»Da sahen wir unter sehr alten Bäumen heilige Eichen, welche dem Pove, dem Gotte jenes Landes, geweiht waren; diese umgab ein freier Hofraum und ein sehr sorgfältig aus Holz gebauter Zaun, in dem sich zwei Pforten befanden. Denn außer den Hausgöttern und den Götzen, die jedes einzelne Dorf im Überfluss hatte, war dieser Ort das Heiligtum des gesamten Landes, und für denselben ein besonderer Oberpriester, sowie besondere Feste und verschiedene Arten von Opfern bestimmt. Dort pflegte am zweiten Tage jeder Woche das Volk mit dem Priester und dem Fürsten zum Gerichte zusammenzukommen. 

Der Eintritt in den Hofraum war allen verwehrt, außer dem Priester und denen, die opfern wollten, oder die von Todes-gefahr bedrängt wurden, denn diesen wurde Schutz und Zuflucht hier niemals verweigert. Die Slawen haben nämlich solche Ehrfurcht vor ihren Heiligtümern, daß sie nicht dulden, daß der Bezirk eines solchen mit Blut, sei es auch von Feinden, befleckt werde.«
An anderer Stelle beschreibt er die Zerstörung eines solchen Heiligtums durch einen Bischof.