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Geschichte
Die
Spuren einer Strafversetzung
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Man schrieb das Jahr 1231.
Im Kloster zu St.Johanni in Lübeck führten die Mönche des Benediktiner-Ordens ein wenig ordentliches Leben. Nicht nur die Nonnen, die das Kloster mit ihnen teilten. waren ihnen unzüchtig gewogen, sondern auch viele Bürgersfrauen und ihre Töchter.
Deshalb verfügte der Landesherr auf Betreiben des Bischofs eine
Strafversetzung der Mönche. Sie sollten sich an einem unbewohnten Platz an einer Ostseebucht ein neues Kloster bauen.

Doch die Mönche mochten das süße Leben in der Stadt nicht missen und blieben in Lübeck.
Sieben Jahre später wurde der Landesherr energischer und konnte immerhin einen Teil der (wenig)frommen Männer bewegen, sich in die 50 km nördlich gelegene Einöde zu begeben und dort ein neues Kloster zu bauen und das wenig besiedelte Land urbar zu machen. Weitere 8 Jahre später gab auch der harte Kern der Rebellen auf und
verließ die schöne Stadt
in Richtung Norden. |
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Die christliche Obrigkeit strafte nicht nur, sie kümmerte sich auch um das Wohlergehen ihrer Schäfchen draußen im fernen Holstein. Die beim Bau des Klosters entdeckte Quelle wurde zur heiligen Quelle erklärt. Und als besondere Attraktion erhielt das neue Kloster eine
Blut-Christi-Reliquie, die viele Pilger anlockte. Cismar wurde ein boomender Wallfahrtsort. Imposante Bauten, kostbare Kunstschätze und eine umfangreiche Bibliothek waren die sichtbaren Zeichen seines Reichtums. Als der Quelle 1478 die Heiligkeit aberkannt und auch die Reliquie zur Fälschung erklärt wurde, blieb dem Kloster immerhin noch sein stattlicher Grundbesitz:
43 Dörfer einschließlich der Stadt Grube, die aber mit der Übernahme
durch das Kloster ihre Stadtrechte verloren hatte. |
Die Reformation war
willkommener Anlass für den Adel, sich den Klosterbesitz anzueignen. Cismar mit seinen Ländereien gehörte fortan dem Herzog von Gottorf und später dem dänischen König. Die kostbare Bibiliothek des Klosters wurde nach
Kopenhagen verbracht, wo sie noch heute aufbewahrt wird. Die Gebäude wurden in den darauffolgenden Jahrhunderten sehr profan genutzt - als Viehstall, als Scheune, als Wohnung, als Verwaltungssitz und zuletzt als Jugendheim.
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