Klassiker als Werbeträger:   »Weimar des Nordens«  

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Ostholstein

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»Weimar des Nordens«
Klassiker als Werbeträger 


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Eutin bezeichnet sich gern als »Weimar des Nordens«. Der Hintergrund: Der politisch völlig unbedeutende Herzog von Sachsen-Weimar hatte seinerzeit einen Bestsellerautor zum Staatsrat ernannt und damit seine Kleinstadt weltberühmt gemacht. Denn wo ein Goethe lebte und wirkte, wollten auch viele andere Klassiker wohnen.

Nicht ganz so spektakulär, aber auch von der Kulturszene um 1800 wahrgenommen wurde die Berufung des Hainbunddichters und Homerübersetzer Johann Heinrich Voss zum Rektor des Eutiner Gymnasiums. Und wenn nicht Goethe, dann konnte Herzog Peter Friedrich Ludwig immerhin den Maler des berühmten Bildes »Goethe in der Campagna«, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, als Hofmaler nach Eutin verpflichten. Viele Berühmtheiten der Zeit kamen für kürzer oder länger zu Besuch in die kleine Residenzstadt. Eutin war »in«, so dass der Vergleich mit Weimar zwar ein bisschen hoch gegriffen ist, aber immerhin ist was dran.

Eher zufällig wurde der Opernkomponist Carl-Maria von Weber (Der Freischütz) in Eutin geboren. Zwar verließen die Eltern bald nach der Geburt die Kleinstadt in Holstein, doch da der Mann zu Ruhm und Ehren kam, feiern ihn die Eutiner auch heute noch als »großen Sohn der Stadt«. Ein Gang durch Eutin erweckt den Eindruck, als ob der Mann hier gelebt und gewirkt hätte. Selbst das Gymnasium, an dem der Dichter Voss Direktor war, trägt den Namen des romantischen Komponisten. Eine Freilichtaufführung seines »Freischütz« zum 100. Todestag des Komponisten im Jahre 1951 konnte die Eutiner so begeistern, dass sie jährlich wiederkehrende »Eutiner Festspiele« daraus machten.

Neben einer Dauerausstellung im Ostholstein-Museum über die große Eutiner Zeit erinnert die »Tischbein-Gesellschaft« im Gartenhaus seines ehemaligen Wohnhauses an den berühmten Hofmaler. Originale gibt es außer im Museum auch im Eutiner Schloss und in der Eutiner Landesbibliothek, die im übrigen der wissenschaftlich angemessene Ort für die Erforschung und Bewahrung des Andenkens an den Eutiner Künstlerkreis um 1800 ist.