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durch den Siggener See
Geschichte
Wie
die Menschen die Landschaft verändern
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Seit dem 18. Jahrhundert stieg die Bevölkerung in den deutschen Landen langsam aber stetig an. Da man seinerzeit die Ackererträge noch nicht mit biotechnischen Tricks steigern konnte,
unternahm man große Anstrengungen, um neue Anbauflächen zu gewinnen. Durch den Bau von Gräben, Kanälen und Schöpfwerken wurden kleine Tümpel und auch große Seen trocken gelegt
und in Ackerland verwandelt.
Um 1850 verschwand auf diese Weise der Siggener See
von der Landkarte.

Dem Landhunger der Menschen im 19. und 20. Jahrhundert fielen aber nicht nur viele kleine und große Biotope im Binnenland zum Opfer,
sondern auch Teile der Ostsee. An der buchtenreichen Küste hatte sich im Laufe der Jahrtausende das Meer
kräftig abgearbeitet. Vorgeschobene Landzungen wurden abgenagt und der dabei freigespülte Sand vor den vielen Meeresbuchten abgelagert. So entstand u.a. das Dahmer Moor und der Klostersee bei
Cismar. |
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Der größte See dieser Art aber entstand durch die Abriegelung des 10 km langen Oldenburger Grabens,
zwischen Weissenhaus im Westen und Grube um Osten. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägten ineinander
übergehende fisch- und vogelreichen Wasserflächen die Landschaft westlich und östlich von Oldenburg.
Soviel ungenutzte Idylle
war dem Tatendrang der
Nationalsozialisten ein Dorn
im Auge. Mit 300 Mann rückte 1937 der Reichsarbeitsdienst an und baute ein umfangreiches Grabensystem mit mehrere Schöpfwerken, so dass auch Wasserflächen, die 3 Meter unter dem Spiegel der Ostsee lagen, zu Wiesen und Ackerland wurden. Diese Aktion hat die Landschaft hier radikal verändert. |
 Die Kirche von Grube, die Gutshäuser von Rosenhof, Gaarz und Koselau, die vorher am Wasser standen, schauen jetzt nur noch auf Wiesen. Das Fischerdorf Siggeneben liegt gestrandet im Land.
Wen verwundert es, wenn im Zeitalter der Überproduktion viele davon träumen, dass die Schöpfwerke wieder abgestellt und aus den Äckern und Wiesen wieder Wasserflächen werden.
Welch ein Paradies könnte hier auferstehen ! |

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