| Ostholsteins Landschaften |
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"Echte" Natur ist in unseren Breitengraden so gut wie nirgends mehr anzutreffen. Überall haben die Menschen die Landschaft genutzt, verändert und nach ihren Vorstellungen (um)gestaltet.
Der größte Teil des Flächen wurde und wird noch immer landwirtschaftlich genutzt. Auch der Wald wird in aller Regel "bewirtschaftet". In den Verlauf der Küste wurde eingegriffen - z.B. durch den Bau von Deichen . Sie schützen die Äcker und die menschlichen Siedlungen vor einer Überschwemmung durch die See. Diese künstlichen Strandwälle haben aber auch der Küstenlinie einen Großteil ihrer Vielfältigkeit genommen. Seen wurden trockengelegt, um weitere Ackerflächen zu erhalten. Mit ständig laufenden Pumpwerken wird so möglich gemacht, dass auf Flächen, die mehr als 3 Meter unter dem Meeresspiegel liegen, heute die Kühe weiden, wo früher Fische gefangen wurden. In der jüngsten Zeit ist das Interesse der Menschen an einer "unberührten" - gemeint ist: einer weniger vergewaltigten - Natur wieder gewachsen. Besonders wertvolle Flächen an der Ostsee und im Umfeld von Seen und Fliesgewässern wurden unter Naturschutz gestellt. Einige dieser Flächen sind für Menschen vollständig gesperrt, andere aber durch Wege und Stege behutsam erschlossen, so dass interessierte Besucher sie erleben können. Wer diese Wege nicht verlässt, wird die Natur in ihrer Entwicklung nicht oder nur wenig stören. Auch einige der Pumpen wurden wieder abgeschaltet und trockengelegte Moore wieder vernässt. So ist vor wenigen Jahren der Ruppersdorfer See wieder entstanden. Auch an vielen Küstenabschnitten hat noch immer oder schon wieder die Natur das Sagen und nicht der Mensch. An den Steilküsten brechen Jahr für Jahr die Hänge ab und geben einen immer neuen Blick frei auf die Jahrtausende alte Erdgeschichte. Was an der einen Stelle abgebrochen wird, tragen die Wellen fort und schwemmen es an anderer Stelle wieder an. Das Meer formt und verändert Standwälle und Dünen. Der Mensch ist nicht oberster Herr der Natur - und das ist gut so. |
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