Wie die Kultur zu den Kühen kam

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Ostholstein

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Wie die Kultur zu den Kühen kam

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Im 18. Jahrhundert war die Landwirtschaft ein gutes Geschäft. Die Bevölkerung nahm zu und in der Folge 
zogen auch die Preise für 
landwirtschaftliche Produkte kräftig an. Man sieht den damals gebauten Gutshöfen heute noch ihre guten wirtschaftlichen Erträge an.

Ob die Bauhandwerker die Arbeit an den heute denkmal-geschützten Gebäuden als Last oder als Vergnügen empfanden, wissen wir nicht. Doch wir heutigen Menschen bewundern die Zeugen ihres Fleißes und staunen darüber, dass diese Pracht ohne einen alles überragenden Baukrahn und all die andere neumodsche Arbeitserleichterungstechnik errichtet werden konnte. Wir freuen uns, dass die Gutsherren der damaligen Zeit ihren Reichtum (auch) dazu genutzt haben, alle Gebäude ihres Hofes von kunstsinnigen Baumeistern errichten zu lassen. 
Denn nicht nur die Wohnhäuser, sondern auch viele Stallgebäude aus der damaligen Zeit sind architektonische Kostbarkeiten. 

In den letzten 50 Jahren hat sich die Landwirtschaft kräftig gewandelt. Früher waren alle Sparten der landwirtschaftlichen Warenproduktion - Ackerbau und Viehzucht in größtmöglicher Artenvielfalt - auf jedem Gut anzutreffen. Heute ist Spezialisierung angesagt. Wer große Ackerflächen besitzt, verzichtet in der Regel auf die Tierhaltung. Die seinerzeit für die Schweinehaltung oder die Milchwirtschaft errichteten Gebäude werden heute für ihren ursprünglichen Zweck nicht mehr gebraucht. Einige der schönen alten Kuhställe wurden zu Maschinenhallen oder Kornsilos umfunktioniert, andere stehen heute leer. Und was leersteht, verfällt und würde abgerissen, wenn es nicht den Denkmalschutz gäbe.

Da ein denkmalgeschütztes Gutsensemble nicht durch den Abbruch einzelner, wenn auch nutzlos gewordener Gebäude zerstört werden darf, suchte man nach einer neuen Funktion. So wurde u.a. die Idee einer “Kulturscheune” geboren. Das
Schleswig-Holstein-Musik-Festival lebt von der besonderen Atmosphäre der vielen umfunktionierten Kuhhäuser im Lande. Ein modernes Stallgebäude wäre sicher kein so passender Ort für ein großes Kulturereignis.