Streit um Glauben und Macht

Kursbuch

Ostholstein

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Blickpunkte
Burgwall 

Museumshof 

Wallmuseum 

 

Wander vorschlag

durch Bruch und Forst 

Geschichte

Streit um Glauben und Macht

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Im 7. Jahrhundert lebten im heutigen Ostholstein die 
slawischen Wagrier. Auf einem Hügel an der schmalsten Stelle eines schiffbaren Sundes 
bauten sie ihre Fürstenburg Starigard. Zum Schutz gegen ungebetene Gäste umgaben sie die Burg mit einem 18 m hohen Wall. Dieses Bauwerk bestand aus gezimmerten Holzkästen, die mit Sand und Lehm gefüllt wurden, und umschloss die gesamte, in seiner größten Achse 260 m große Siedlung.

Innerhalb dieses Burgwalls wohnte nicht nur der Fürst mit seinem Hof und seinem Heer, sondern auch Handwerker. Zu Füßen der Burg lag ein Hafen. Im 8. und 9. Jahrhundert war Starigard eine der bedeutens-den Siedlungen an der westlichen Ostsee, die auch mit entfernten Städten Handel trieb. Sie war vergleichbar mit dem an der Schlei gelegenen Haitabu. Im zehnten Jahrhundert kamen christliche Sachsen, eroberten die Burg, zerstörten die slawischen Heiligtümer und gründeten hier das Bistum Oldenburg.

Doch die Christen konnten ihre Herrschaft nicht halten. 
Die Slawen, denen der aufgezwungene Glaube und die Abgaben an die neuen Herren nicht passten, erhoben sich, mordeten und vertrieben die Priester, so dass das Bistum wieder verloren ging. In den folgenden 2 Jahrhunderten wechselte christliche und 
heidnische Herrschaft mehrmals unter viel Blutvergießen, bis im Jahre 1148 ein Überfall der Dänen die Burg und auch die slawische Macht gründlich zerstörte. Der Bischof kehrte zurück und baute zu Füßen des verwüsteten Burgwalls eine backsteinerne Kirche. 
Doch schon wenige Jahre 
später zog das Bistum um in das neu gegründete Lübeck. Dort war das Leben angenehmer und vor allem sicherer. 

Zurück blieb ein Marktplatz mit einer mächtigen Backsteinkirche. Die christliche Siedlung erhielt 1233 das Stadtrecht, hatte fortan aber nur noch regionale Bedeutung - als Sitz eines Amtmannes. Zu den alteingesessenen Slawen wurden deutsche Siedler ins Land gerufen. Über 200 Jahre lebten die beiden Bevölkerungsgruppen friedlich nebeneinander, bis die slawische Kultur im 
15. Jahrhundert von der 
deutschen aufgesogen wurde.