Innenleben eines Schlosses

Kursbuch

Ostholstein

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Innenleben eines Schlosses

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Bis 1918 war das Eutiner Schloss die Sommerresidenz der Oldenburger Großherzöge und damit ein privat genutztes Wohngebäude. Da das Haus nach der Abdankung nicht mehr bewohnt wurde, öffnete der Besitzer das Schloss als Museum für interessierte Besucher.

Als der zweite Weltkrieg 
und in seiner Folge die Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten viele Menschen nach Ostholstein spülte, wurde das Eutiner Schloss als Wohngebäude reaktiviert. Allerdings war das jetzt kein »herrschaftliches« Wohnen mehr, denn viel zu viele Menschen mussten hier für mehrere Jahre unter abenteuerlichen Umständen eine Bleibe finden. Allein in dem größten Raum des Schlosses, dem Rittersaal, wohnten bis zu 90 Personen. Die Bewohner mussten sich auf kleinen Brennhexen ihr Essen bereiten. Für mehrere hundert Personen gab es nur 4 Toiletten.

Als in den fünfziger Jahren nach und nach neuer Wohnraum geschaffen wurde, konnten die Flüchtlinge das Schloss wieder verlassen. 
Mit Unterstützung des Landes versetzte der Besitzer das Haus wieder in einen 
ansehlichen Zustand. 
1957 war das Schloss
wieder offen für Besucher.

Doch mit der Zeit wurde allen klar, dass jeder private Besitzer überfordert ist, ein solches Kulturdenkmal für die Nachwelt zu erhalten. Die öffentliche Hand war gefordert. Nach längeren Verhandlungen wurde man sich einig und gründete gemeinsam die »Stiftung Schloss Eutin«. Seit 1988 hat das Land und der Bund viele Millionen DM bzw Euro für die Restaurierung des Eutiner Schlosses bereitgestellt.

Wer heute in Filzpantoffel durch die wiedererstandenen Räume gleitet, kann hier die Wohnkultur einer vergangenen Epoche bewundern und studieren. 

Und man kann mehr:
Aktivitäten der unterschiedlichsten Art bis hin zu Kindergeburtstagen erfüllen das große Haus mit Leben und legen Zeugnis ab, dass das kulturelle Erbe unserer Vorväter heute und sicher auch in Zukunft sinnvoll genutzt wird.