Ein Zeugnis falscher Sparsamkeit

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Ostholstein

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Geschichte

ein Zeugnis falscher Sparsamkeit

 

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1861 beauftragte der Groß-
herzog seinen Bauinspektor, einen Bauplan nebst Kostenplan für einen Aussichtsturm auf dem Bungsberg zu erstellen.
Vorbild war der “Hessenstein” auf dem Pilsberg bei Panker.
Da die Gegend mit Buchen bepflanzt worden war, errechnete der Förster für das geplante Bauwerk eine erforderliche Mindesthöhe von 26 m.

Doch die veranschlagten Kosten von 7.600 Reichstalern waren dem Auftraggeber zu viel. Daher wurde der 1864 fertiggestellte Turm nur 18 Meter hoch - mit der Folge, dass zehn Jahre später die Buchen den Turm an Höhe überrundet hatten.

1875 wurde der Turm um knapp 4 Meter erhöht, damit er wieder seiner Funktion als Aussichtsturm dienen konnte. Doch die Buchen blieben ein zweites mal Sieger. Diesmal löste man das Problem auf andere Art: Die Buchen mussten ihren neuerlichen Sieg mit dem Leben bezahlen. 
Jetzt hatten der Großherzog 
und seine Gäste wieder 
eine freie Sicht.

So blieb es fast 75 Jahre. 1954 erhielt der in die Jahre gekommene Turm eine kleine weiß-rote Antenne zur Ausstrahlung des damals in Mode gekommenen UKW-Programms. Zur gleichen Zeit baute die Post in seiner Nähe einen 55 Meter hohen Fernmeldeturm für den Richtfunkverkehr und für die Ausstrahlung des neueingeführten Fernsehprogramms. 
Da dieser Turm auch eine 
Aussichtsplattform erhielt, wurde dem Elisabeth-Turm seine Funktion genommen. 
6 Jahre später wurde ihm 
auch die UKW-Antenne wieder abgenommen, weil etwas weiter nördlich bei Mönchneversdorf ein richtiger, 231 Meter hoher Sendemast errichtet worden war. Die alte Elisabeth hatte endgültig ausgedient 
und verfiel.

Aber auch der Fernsehturm war zu klein geplant. 1978 folgte ein neuer Betonturm mit 
stolzen 134 m Gesamthöhe und ebenfalls mit einer Aussichts-Plattform hoch über den 
höchsten Buchenbäumen.
1982 wurde der erste Fern-
meldeturm - weil überflüssig 
geworden - gesprengt. Die alte Elisabeth ließ man stehen. Doch da sich heute niemand mehr um sie kümmert, ist sie von Bäumen überwuchert 
und baufällig. So schläft sie abseits versteckt ihren Dornröschenschlaf.