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Der
Turmbau
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Der zweithöchste Berg in Schleswig-Holstein (nach dem Bungsberg) liegt bei Gömnitz in der Nähe von Neustadt und damit nahe an der Ostsee. In früheren Zeiten - genauer bis 1815 - stand auf diesem Berg ein großer Baum, der
»Major« genannt. Dieser Solitär diente der Schifffahrt in der Lübecker Bucht als
Orientierungsmarke.

Als der Sturm den altersschwachen Baum gefällt hatte, verhandelte der Lübecker Senat mit dem Landesherren in Eutin über den Bau eines Signalturms auf der nun leeren Bergkuppe. Denn die Schiffe, die den Lübecker
Hafen ansteuerten, waren auf die weithin sichtbare Landmarke angewiesen. Der Herzog stimmte zu und sein Eutiner Hofbaumeister konstruierte einen imposanten
Aussichtsturm mit umlaufender Galerie, der zugleich ein Denkmal für den
Landesherren werden sollte. Doch da die Landeskasse leer war, musste die
Konstruktion solange abgespeckt werden, bis nur noch ein einfacher schlanker Turm übrig blieb. |
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Ein gutes Geschäft machte der Landwirt, dem das Grundstück gehörte. Dieser
ließ sich nicht nur den konkurrenzlosen Bauplatz vergolden, er lieferte auch »frei Baustelle« die Steine zum Fundament des Turmes - indem er ein steinzeitliches Großsteingrab als Steinbruch benutzt. Und dieses Grab lag genau auf dem Hügel, wo der Turm gebaut werden sollte. Der geschäftstüchtige Bauer verkaufte also etwas zu einem guten Preis, was ihn selbst keinen Pfennig kostete und er sparte auch noch die Transportkosten ein.
Heutzutage wäre ein solches “Recyclung” unter strenge Strafe
gestellt, weil dadurch ein prähistorisches Kulturdenkmal zerstört wurde. Heute - genau seit 1969 - steht das Ergebnis dieses Vandalismus selbst unter Denkmalschutz. |
Über 100 Jahre diente der Gömnitzer Turm als Seezeichen und war als solches in allen Seekarten eingezeichnet. Doch dann wurde er durch die moderne
Fahrwasserbetonnung aufs Altenteil gesetzt. 1982 und um zweiten Mal 1998 kam ein Prinz - die Gemeinde Süsel - und
küsste das alte Seezeichen wieder wach. Das Mauerwerk wurde saniert. Seither kann man den Turm
- kostenlos ! - besteigen. Von oben wie auch zu seinen Füßen hat man eine
schöne Aussicht. |

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